Karneval ist abgesagt und verboten

Karneval ist abgesagt und verboten!!!

Verboten wurde er Karneval
Der Karneval ist verboten

Der Karneval in Köln ist abgesagt und verboten. So oder so ähnlich hätte wahrscheinlich 1487 eine Zeitungsüberschrift lauten können, denn damals wurde vom Kölner Stadtrat das „Vermomben, Verstuppen und Vermachen“ verboten. Und gemeint war damit der Vorläufer des Karnevals und der Grund für das Verbot war „wegen schwer zu steuernder Exzesse“.

Nun läuft er also. Seit gestern der ist Straßenkarneval in vollem Gange. Mit der Weiberfastnacht starten die letzten Tage des Karnevals, und am Mittwoch ist dann ruhe. Alleine in Köln sind dieses Jahr über 2500 Polizisten im Einsatz, um saufende, kotzende und feiernde Jecken zu beschützen und im Griff zu haben. Klingt erst mal viel, aber wenn man überlegt wie viele Polizisten jedes Wochenende für ein Spiel der Bundesliga im Einsatz sind, ist das nicht mal viel.

Aber brauchen wir Karneval überhaupt? Brauchen wir das Tagelange saufen, dass fremdgehen und alles, was dazugehört? Ich glaube, die Frage lässt sich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Bereits im Mittelalter gab es die heutigen Vorläufer des Karnevals, und auch damals muss es mit dem Alkohol schon rundgegangen sein. So wurde am 26. Oktober 1353 während der Karnevalszeit den Mönchen verboten Bier und Wein zu verkaufen oder auszuschenken. Aber was damals Mönche nicht durften, machen heute die Kioske und Gasthäuser weg. Alkohol, wohin das Auge reicht.

Aber besteht der Karneval nur aus saufen?

Nein, der Karneval war immer politisch und immer gegen die Kirche und die Obrigkeit gerichtet. Es erlaubte dem einfachen Volk, sich zu verkleiden und zu feiern. Der Bauer steht auf gleicher Höhe wie der Prinz (der Regent). Und die Rosenmontagsumzüge sind nachgespielte Prozessionen der Kirche, die während der Zeit den Staat des Teufels sah. Deshalb musste und muss auch am Aschermittwoch Schluss sein, um den Menschen seine Vergänglichkeit und den Sieg Gottes zu zeigen.

Auch ich freue mich auf die nächsten Tage. Allerdings freue ich mich mehr auf den politischen und musikalischen Karneval, statt auf den alkoholischen. Ich freue mich auf spitze Büttenreden und natürlich auf meine Lieblingsgruppe, den BRINKS aus Köln. Ich freue mich aber auch auf die Fastenzeit ab Aschermittwoch, und bin gespannt ob alle die, die in den nächsten Tagen feiern am Mittwoch sich das Asche Kreuz auf der Stirn holen, und bis Karfreitag fasten werden. Denn das gehört doch zum Karneval dann auch dazu, oder?

Kiss Lilly Ladina